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    Werkschau Proletarischer Dilettantismus - Film Nummero I

    Kurzfilm, Österreich 2002, 5:22 Minuten, PAL, 8mm, Farbe, 4:3

    Ein Film von Rotes Meidling Produktion 132

    "Film Nummero I" ist stilistisch und inhaltlich dem Proletarischen Dilettantismus verpflichtet. Der Proletarische Dilettantismus, als Kunstform in der Tradition Eisensteins, Brechts und der Sozialistischen Realist/innen (z.B. Nexö), ist revolutionäre Kunst in einer Periode mit schwachen Klassenkämpfen, also proletarische Kunst in Zeiten der revolutionären Ebbe. Das bedeutet, dass der Proletarische Dilettantismus eben im Gegensatz zum z.B. Sozialistischen Realismus nicht im reichhaltigen kreativen Potential eines entwickelten Klassenkampfes schöpfen kann. Was es dem Sozialistischen Realismus dann natürlich auch ermöglichte viel klarer und offener fortschrittliche Positionen einnehmen zu können, und der Proletarische Dilettantismus eben viel subtiler und vor allem unterentwickelt die zarte Flamme der Revolution unter der Arbeiter/innenklasse propagieren muss. Damit ist der Ausdruck Dilettantismus auch politisch zu verstehen, das heißt in Verbindung eines unterentwickelten bzw. nur von den Herrschenden aktiv geführten Klassenkampfs und nicht in Bezug auf die Art und Weise der Produktion oder des Stils selbst, welche auch zutiefst ausgefeilt und professionell sein können, jedoch dem Inhalt auf jeden Fall untergeordnet sind. In klarer Abgrenzung zu bürgerlicher Kunst, die laut Lukács, nicht nur im Bezug auf bürgerliche Literatur sondern auf allen Ebenen der erzählenden Dichtung der spätbürgerlichen Gesellschaft (Epopoe) damit auch im Zusammenhang mit narrativen Kino, ihrer Klassenlage und damit dem historischen (historisch notwendigen) Niedergang der Bourgeoisie verpflichtet, auch ihre Protagonist/innen immer zum Scheitern verurteilt, zeigt der Proletarische Dilettantismus positive Exitstrategien auf. So auch "Film Nummero I", in dem die neue "Klasse" angewidert von der Rückständigkeit der alten Ordnung, die nur noch Hemmschuh für jede weitere Entwicklung sein kann, den Ausbruch wagt. Doch die alte Ordnung will nicht abtreten, klammert sich an alte Besitzverhältnisse. Wie im wirklichen Leben bedarf es der revolutionären Gewalt um dem Neuen und damit der Befreiung zum Sieg zu verhelfen.

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    23 M

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